3fach Mami, Ehefrau & Kochprofi mit Pfeffer: warum ihr von Vroni Lutz noch oft hören werdet

Portrait_Vroni4Vroni Lutz, dreifache Mama aus dem schönen Riedering, war 2015 Kandidatin in der VOX Sendung „Games of Chefs“. Dort beeindruckte sie als Hobbyköchin mit tollen Gerichten, ihrer lockeren und authentischen Art und konnte sich bis zum Finale gegen die harte Konkurrenz durchsetzen. Vergangene Woche trafen wir die Powerfrau aus dem Chiemgau zum Gespräch im kinderfreundlichen Blumencafé in Aschau. Kennengelernt haben wir Vroni dabei als willensstarke, humorvolle und spontane Person, die genau weiß was sie will. Sie ist eine Macherin, die genaue Vorstellungen ihrer Zukunft hat und selbstbewusst mitten im Leben steht.

Wann war für dich klar, dass Du mit dem Kochen Geld verdienen willst?

Nach dem Abitur habe ich Medizinisch Technische Assistentin gelernt (MTA) und in meinem Beruf gearbeitet. Irgendwie merkte ich aber mit der Zeit, dass es DAS nicht für immer sein konnte. Noch dazu kam, dass meinem Mann und mir klar war, dass wir früh Kinder kriegen wollten. Und so entdeckte ich das Kochen noch vor der Geburt meiner zweiten Tochter. Da wurde dann aus meinem Hobby „Kochen“ mein Beruf „Kochen“. Neben den Kids fing ich also an, immer mal wieder paar Stunden in Restaurants zu arbeiten. Übrigens war es meine Mama, die mich in punkto Kochen total geprägt hat. Sie selbst hat immer sehr auf gesunde und vielseitige Ernährung geachtet und hat mir von klein auf gezeigt, wie toll gute Lebensmittel sind und was man aus ihnen zaubern kann.

Du bist fast bis ins Finale von „Games of Chefs“ von VOX gekommen. Die Sterneköche waren allesamt begeistert von dir. Geht ihr als Familie Lutz denn dann überhaupt noch auswärts essen und wenn ja, wie kritisch sind du und vor allem Deine 4 Lieben?

(lacht) Ehrlich gesagt gehen wir gar nicht so oft essen. Wenn, dann gehen wir mal zum Italiener auf eine gute Pizza, aber selbst hier sagen meine Kinder: „Mama, deine Pizza schmeckt besser, aber psccchhhht.“ (lacht). Aber ohne Schmarrn mal: findet ihr Essen gehen mit kleinen Kindern entspannend? Ich muss ganz ehrlich sagen, dass hier auch noch dazukommt, dass ich weder meine Familie, noch andere Gäste in eine unangenehme oder stressige Situation bringen möchte. Und mit 3 Kindern, wo der Kleinste grad mal 3 ist, kommt’s ja öfter mal zu stressigen Momenten…

Da simma voll bei dir 😉 Welches Land ist für Dich spannend, was die Küche anbelangt?

Ich koche schon lange sehr gerne asiatisch, aber momentan finde ich auch die südamerikanische Küche sehr interessant und möchte in die Richtung gerne mehr ausprobieren. Ich bin großer Fan von der Geschmacksvielfalt und von dem Umgang mit Kräutern und Gewürzen. Natürlich probiere ich dann auch ständig Neues aus und teste es daheim. Mein strengster und auch ehrlichster Kritiker ist dabei auf jeden Fall mein Mann, dem ichs auch gleich ankenne, wenn ihm was echt nicht schmeckt.. 😉Portrait_Vroni1

Wie vermittelst Du deinen Kindern, wie wichtig und toll gesundes Essen ist?

Gute Nahrungsmittel und deren Herkunft sind bei uns natürlich ein großes Thema. Ich erkläre meinen Kindern, von welchem Tier das Fleisch kommt, dass ich gerade koche. Sie selbst können dann z.B. entscheiden, ob sie es essen möchten oder nicht. Wir haben einen Garten, in dem Kräuter, Gemüse und Obst wachsen. Dort sehen sie ganz selbstverständlich wie alles wächst und was wir wann ernten und verwenden. Im Herbst z.b. schicke ich sie raus zum Äpfel holen für den Apfelstrudel, der dann in Gemeinschaftsarbeit gemacht wird. Toll ist: Ich kann meine Kinder immer in den Garten schicken, mit dem Auftrag mir z.B. Rosmarin zu holen und ich weiß, sie bringen mir sicherlich das Richtige herein. Darüber freue ich mich natürlich.

Kann dein Mann kochen?

Darf er nicht. (lacht). Nein, im Ernst: bei uns koche tatsächlich hauptsächlich ich. Aber mein Mann kann die Kinder natürlich auch gut versorgen wenn ich mal einen Termin habe. Also ja, er kann schon kochen.

Kannst Du über aktuelle Projekte berichten?

Ab Herbst geht es los mit dem Bau meines Cafés. Es ist ein ganz spannendes Projekt, das mit viel Arbeit verbunden ist, bei dem ich mich aber auch voll verwirklichen und selber ranklotzen kann. Angefangen von der Inneneinrichtungen bis zur Speisekarte, Ideen zu Menü-Abende und Events… Ich entwickle alles selber und freue mich schon total, wenn es nächstes Jahr eröffnet wird. Fokus wird klar auf Saisonalität und Regionalität liegen. Z.B. möchte ich spezielle Menü-Abende veranstalten, für eine kleinere Gruppe von Leuten, die alle an einem langen Tisch Platz haben und die richtig gutes Essen aus der Region schätzen. Da möchte ich mich dann schon richtig reinhängen und Sterne- Niveau à la Vroni kredenzen. Das schaff ich nämlich. (grinst frech)

Wo siehst Du Dich in 10 Jahren?

In 10 Jahren läuft mein Café gut und hat sich in der Region als „beste Adresse“ etabliert. Optimalerweise habe ich mein Konzept dann erweitert und sogar schon ein oder zwei weitere Cafés eröffnet.

Was zeichnet für Dich den Chiemgau aus?

Der Chiemgau steht für mich vor allem für Berge, Seen, Natur. Aber auch die Feste, das Brauchtum und die Tradition finde ich toll. Im Sommer gibt es kaum eine Woche, in der ich nicht im Dirndl unterwegs bin. Der Chiemgau ist meine Heimat und ich könnte mir keinen schöneren Fleck auf der Erde vorstellen. Und ich möchte auch nirgends anders wohnen.

Was macht den Chiemgau für Dich lebenswert mit Kindern?

Das hohe Freizeitangebot vor der Haustüre. Wir sind sehr gerne draußen unterwegs, sei es in den Bergen oder am See. Seit letztem Jahr haben wir das Stand Up Paddeln (SUP) für uns entdeckt. Die Kinder können auf dem Board sitzen, während wir die schöne Atmosphäre am See genießen. So sind alle zufrieden und haben Spaß und wir verbringen schöne wertvolle Familienzeit miteinander. Außerdem kann ich mich zwischendrin einfach mal entspannen, weil die Kinder mich mal nicht brauchen und sich einfach zusammen beschäftigen.

Was sind deine besten Adressen im Chiemgau?

Für uns als Familie ist das die Hefteralm und wenn es heiß ist, auch der Tinninger See.

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